Monopolstellung von Microsoft in öffentlichen Bildungseinrichtungen und die Kosten

Verwendetes Gesetz: Informationsfreiheitsgesetz

Das Bildungsministerium (BMB) schloss mit der Firma Microsoft im Jahr 2003 im Rahmen des Austrian College und High School Agreements (MS-ACH) eine Generallizenz für die Nutzung von Softwareprodukten an weiterführenden Schulen ab. Laut Website des BMB wurde dieses Agreement im Juni 2024 erneut um weitere drei Jahre verlängert. Das BMB trägt die Lizenzkosten

MS-ACH beinhaltet Lizenzen basierend auf Microsoft 365 A3 für alle Bundesbediensteten und Schülerinnen und Schüler unter anderem für folgende Microsoft Produkte
* Windows 11 Education
* Intune for Education
* Microsoft Copilot Chat
Zusätzlich stehen den Schulen im Rahmen von Azure Development Tools und via Microsoft Volume Licence Center während der Laufzeit des Agreements Microsoft Produkte (Office 365, Developer Tools) für den Einsatz zur Verfügung.

Microsoft stellt Produkte somit in allen relevanten Bereichen - Software für den Unterricht inklusive Kommunikationstools für Distance Learning, Office-/ Entwicklertools, Virtualisierungsplatform und Speichermöglichkeit - zur Verfügung und nimmt somit eine kritische Monopolstellung ein. Zusätzlich wird aufgrund der transatlantischen Problematik der Blick auf die Abhängigkeit von US-Tech Unternehmen (u.a. Microsoft) geschärft und als kritisch eingestuft. Einschnitte in die digitale Souveränität und Resilienz sowie Beschneidungen des Datenschutzes werden befürchtet.

Ich stelle daher folgende
Anfrage

* Mittel in welcher Höhe wurden in den vergangenen fünf Jahren für die Bereitstellung proprietärer Software von Microsoft für Schulen/Lehrkräfte/Schüler_innen im Zuständigkeitsbereich des BMB ausgegeben? Bitte um Aufschlüsselung nach
- Lizenzkosten für Software (getrennt für Betriebssysteme Anwendungssoftware, Cloud-Service)
- Infrastrukturkosten (Server/Hardware/Hosting etc.)
- Personal- und Beratungskosten

* Die öffentlichen Bildungseinrichtungen sind als Ausbildungsstätten für Software eines US-Konzerns (Microsoft) tätig und zahlen dafür Lizenzgebühren. Derweilen gibt es Alternativen - wieso kommen diese nicht zum Zug?

* Gibt es ein Open Source Verzeichnis, in dem erfasst wird, welche Open Source Programme in den Schulen eingesetzt werden? (Bitte um Unterscheidung zwischen Betriebssystem/Anwendungssoftware, Cloud-Software)
- Wenn ja, wo und für wen ist es einsehbar?
- Wenn nein, ist geplant, zukünftig ein solches Verzeichnis zu erstellen, um mehr Schulen für die Nutzung von Open Source Software zu gewinnen?
- Wenn nein, warum nicht?
- Welche Schulungsangebote zu Open Source Softwarepaketen gibt es an den Pädagogischen Hochschulen
- Inwiefern wird die digitale Souveränität Österreichs in solche Überlegungen einbezogen?

Anfrage muss klassifiziert werden

  • Datum
    14. Februar 2026
  • Frist
    14. März 2026
  • 6 Follower:innen
Franz Reitinger
Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit beantrage ich gemäß § 7ff Informationsfreiheitsgesetz (IFG) die Erteilung …
An Bundesministerium für Bildung Details
Von
Franz Reitinger
Betreff
Monopolstellung von Microsoft in öffentlichen Bildungseinrichtungen und die Kosten [#4456]
Datum
14. Februar 2026 18:24
An
Bundesministerium für Bildung
Status
Warte auf Antwort — E-Mail wurde erfolgreich versendet.
Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit beantrage ich gemäß § 7ff Informationsfreiheitsgesetz (IFG) die Erteilung folgender Information:
Das Bildungsministerium (BMB) schloss mit der Firma Microsoft im Jahr 2003 im Rahmen des Austrian College und High School Agreements (MS-ACH) eine Generallizenz für die Nutzung von Softwareprodukten an weiterführenden Schulen ab. Laut Website des BMB wurde dieses Agreement im Juni 2024 erneut um weitere drei Jahre verlängert. Das BMB trägt die Lizenzkosten MS-ACH beinhaltet Lizenzen basierend auf Microsoft 365 A3 für alle Bundesbediensteten und Schülerinnen und Schüler unter anderem für folgende Microsoft Produkte * Windows 11 Education * Intune for Education * Microsoft Copilot Chat Zusätzlich stehen den Schulen im Rahmen von Azure Development Tools und via Microsoft Volume Licence Center während der Laufzeit des Agreements Microsoft Produkte (Office 365, Developer Tools) für den Einsatz zur Verfügung. Microsoft stellt Produkte somit in allen relevanten Bereichen - Software für den Unterricht inklusive Kommunikationstools für Distance Learning, Office-/ Entwicklertools, Virtualisierungsplatform und Speichermöglichkeit - zur Verfügung und nimmt somit eine kritische Monopolstellung ein. Zusätzlich wird aufgrund der transatlantischen Problematik der Blick auf die Abhängigkeit von US-Tech Unternehmen (u.a. Microsoft) geschärft und als kritisch eingestuft. Einschnitte in die digitale Souveränität und Resilienz sowie Beschneidungen des Datenschutzes werden befürchtet. Ich stelle daher folgende Anfrage * Mittel in welcher Höhe wurden in den vergangenen fünf Jahren für die Bereitstellung proprietärer Software von Microsoft für Schulen/Lehrkräfte/Schüler_innen im Zuständigkeitsbereich des BMB ausgegeben? Bitte um Aufschlüsselung nach - Lizenzkosten für Software (getrennt für Betriebssysteme Anwendungssoftware, Cloud-Service) - Infrastrukturkosten (Server/Hardware/Hosting etc.) - Personal- und Beratungskosten * Die öffentlichen Bildungseinrichtungen sind als Ausbildungsstätten für Software eines US-Konzerns (Microsoft) tätig und zahlen dafür Lizenzgebühren. Derweilen gibt es Alternativen - wieso kommen diese nicht zum Zug? * Gibt es ein Open Source Verzeichnis, in dem erfasst wird, welche Open Source Programme in den Schulen eingesetzt werden? (Bitte um Unterscheidung zwischen Betriebssystem/Anwendungssoftware, Cloud-Software) - Wenn ja, wo und für wen ist es einsehbar? - Wenn nein, ist geplant, zukünftig ein solches Verzeichnis zu erstellen, um mehr Schulen für die Nutzung von Open Source Software zu gewinnen? - Wenn nein, warum nicht? - Welche Schulungsangebote zu Open Source Softwarepaketen gibt es an den Pädagogischen Hochschulen - Inwiefern wird die digitale Souveränität Österreichs in solche Überlegungen einbezogen?
Für den Fall einer Informationsverweigerung beantrage ich hiermit einen Bescheid gemäß § 11 IFG. Mit freundlichen Grüßen Franz Reitinger Anfragenr: 4456 Antwort an: <<E-Mail-Adresse>> Laden Sie große Dateien zu dieser Anfrage hier hoch: https://fragdenstaat.at/a/4456/ Postanschrift Franz Reitinger << Adresse entfernt >> << Adresse entfernt >>
Mit freundlichen Grüßen Franz Reitinger
Bundesministerium für Bildung
Sehr geehrter Herr Reitinger, vielen Dank für Ihr Schreiben an das Bürger/innenservice des Bundesministeriums für …
Von
Bundesministerium für Bildung
Betreff
RE: Monopolstellung von Microsoft in öffentlichen Bildungseinrichtungen und die Kosten [#4456] [~109325]
Datum
16. März 2026 09:24
Status
Sehr geehrter Herr Reitinger, vielen Dank für Ihr Schreiben an das Bürger/innenservice des Bundesministeriums für Bildung. Danke für Ihr Begehren vom 14.02.2026, worauf wir Ihnen folgend Antworten dürfen. Das BMB stellt den Schulen zentral Microsoft 365 A3-Lizenzen bereit. Diese Lizenzen beinhalten u.A. Serverbetriebssysteme und MS 365 inkl. Cloudservice (diese Kosten sind nicht getrennt darstellbar, da es sich hier um keine getrennten Lizenzen handelt). Die jährlichen Kosten sind abhängig von der konkreten Anzahl des zu lizenzierenden Personals. Pro bestellter Personallizenz werden 25 Schülerlizenzen kostenlos mitgeliefert. In den vergangenen fünf Jahren betrugen die Gesamtkosten für diese Microsoft-Lizenzen: 2025 waren es 3.717.844,89 Euro (inkl. USt.) 2024 waren es 3.693.337,97 Euro 2023 waren es 3.133.324,88 Euro 2022 waren es 3.146.492,59 Euro 2021 waren es 3.330.583,60 Euro Konkrete Infrastrukturkosten werden von den Schulen bzw. den zuständigen Schulerhaltern getragen. Diese Kosten sind dem BMB nicht bekannt. Open Source-Software kommt an den Schulstandorten zum Einsatz und ist auch Bestandteil des Unterrichts und so auch im Lehrplan verankert. Näheres hierzu folgt unten Schulen sind in Ihrer Entscheidung zur Auswahl der zu Unterrichtszwecken eingesetzten Software autonom – entsprechend ist uns der Einsatz konkreter Software nicht bekannt. Schulen entscheiden sich an ihrem Standort auch bewusst für den Einsatz von Freier Open Source Software (FOSS). Darüber hinaus stellt das Bundesministerium für Bildung mit dem Bildungsportal, der Lernplattform eduvidual.at, der eduthek sowie der Digitalen Prüfungsumgebung next-exam.at selbst Freie Open Source Anwendungen für den Schulbetrieb kostenlos zur Verfügung. Zusätzlich zur Entwicklung eigener FOSS-Lösungen engagiert sich das BMB für ein digital souveränes, digital starkes und digital kompetentes Europa im Rahmen der Mitgliedschaft in der Open Source Software Business Innovation Group (OSSBIG) durch die intensive Vernetzung und Koordination mit anderen Stakeholdern im Bereich der freien offenen Software. Schulungsangebote liegen im Aufgabenbereich der Pädagogischen Hochschulen, die hierzu auch ein entsprechendes Angebot führen. Näheres zu diesem Themenkomplex kann unserer Überblicksseite hierzu entnommen werden: https://www.bmb.gv.at/Themen/schule/zrp… Mit freundlichen Grüßen