bescheidbhbl2023

Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Informationsbegehren gemäß IFG - Vorarlberger Wolfsmanagementverordnung (WMVO) und Erhaltungszustand des Wolfes

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ten weder eine Verschlechterung des günstigen Erhaltungszustandes dieser Teilpopulationen 
noch eine weitere Verschlechterung des gegenwärtigen Erhaltungszustandes in Österreich (Vor-
arlberg), noch eine Behinderung für die Herstellung eines günstigen Erhaltungszustandes des 
Wolfes in Österreich (Vorarlberg).  
Begründet werde diese Feststellung mit der jährlich hohen Zuwachsrate von Wölfen innerhalb 
der genannten Teilpopulationen und daraus resultierenden hohen Migrationsrate von Jungwöl-
fen. Selbst wenn Jungwölfe mehr als 1.000 km aus ihrer Heimat abwandern könnten und somit 
auch in Vorarlberg jederzeit Wölfe aus allen Herkunftsgebieten Europas auftauchen könnten, 
liege Vorarlberg im unmittelbaren Einflussbereich der Wolfsvorkommen in der Schweiz, Italien 
und Deutschland. In Graubünden, Tirol und Kärnten habe es in den vergangenen Jahren neben 
verunfallten Tieren auch mehrere letale Entnahmen von Wölfen gegeben. Trotzdem schiene das 
Verhältnis der jährlichen Zuwachsrate zur Mortalitätsrate nach wie vor positiv zu sein bzw. sich 
zu Gunsten des Zuwachses zu befinden, nachdem es weder Hinweise für Rückgänge in der Be-
standesentwicklung noch in der Migrationsrate von Wölfen in den Herkunftsländern als auch in 
ebe. Allein im Nachbarland Tirol habe sich die Anzahl von gene-
tisch nachgewiesenen Wölfen in den vergangenen Jahren von durchschnittlich einem Wolf pro 
Jahr im Zeitraum 2009 - 2018 auf 5 im Jahr 2019, 12 im Jahre 2021 und 19 im Jahre 2022 erhöht. 
Heuer liege die Zahl bereits jetzt bei 20 nachgewiesenen Individuen, davon sei ein Großteil der 
-Nachweise in 
Tirol vorlagen. Während in Tirol nur aus dem Grenzgebiet zu Kärnten ein Rudel bekannt sei, habe 
sich die Rudelanzahl im Nachbarland Graubünden von 7 Rudel (und 5 Paare) im Jahr 2021 auf 
10 Rudel im Jahre 2022 erhöht. Trotz eines nachgewiesenen Abgangs von 13 Tieren seien in 
Graubünden heuer bisher 14 Rudel bestätigt worden. Ginge man vor wenigen Jahren noch von 
ca. 50 bis 60 Wölfen in Graubünden aus, so seien es heuer bereits über 100 Tiere, obwohl in der 
Vergangenheit einige Wölfe umgekommen oder der Natur bewusst entnommen worden seien. 
Im Nachbarkanton St. Gallen seien mittlerweile ebenfalls 4 Wolfsrudel nachgewiesen. In Bayern 
hätten sich mittlerweile 5 Rudel etabliert. Insgesamt werde dort von mindestens 23 sesshaften 
Wölfen (exklusive Welpen) ausgegangen. Weiters sei in diesem Zusammenhang die stark prospe-
rierende Bestandesentwicklung von Wölfen in der Provinz Trient und daraus resultierende hohe 
Abwanderungsrate von Jungwölfen nach Südtirol, Tirol und Bayern zu nennen. U.a. sei davon 
auszugehen, dass diese Entwicklung künftig auch die Zuwanderung von Wölfen aus Tirol nach 
Vorarlberg forcieren und somit das Wolfsvorkommen im Land entsprechend fördern werde. 
Die Entwicklung des Wolfsbestandes in der Schweiz und insbesondere in Graubünden, St. Gallen 
und Glarus, aber auch von Tirol, Kärnten, Bayern und Italien sei bezeichnend für die seit einigen 
Jahren massive Zunahme der Wolfspopulation in Mitteleuropa bzw. Europa und belege eindeu-
tig, dass die Entnahme und der natürliche Ausfall von Wölfen bisher keine negativen Auswirkun-
gen auf die weiterhin rasant steigende Wolfspopulationsentwicklung gehabt habe.
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Die geringen Auswirkungen dieser Wolfsabgänge (Abschuss und Fallwild) dürften v.a. darauf zu-
rückzuführen sein, dass davon primär 1-jährige und insbesondere männliche Tiere betroffen sei-
en. Untersuchungsszenarien zur Wolfsentwicklung in der Schweiz bestätigten, dass die Auswir-
kung der Mortalitätsrate von Wölfen auf den Bestand v.a. von den betroffenen Altersklassen ab-
hängig sei. Demnach wirke sich eine Steigerung der Mortalität bei Jungwölfen und insbesondere 
bei Welpen wesentlich geringer auf die Bestandesentwicklung aus, als eine Zunahme der Mortali-
tät von adulten Tieren. Nachdem es sich bei zuwandernden Wölfen meistens um männliche 
Jungwölfe handle, von denen wenige schadensstiftende Tiere entnommen würden, sei von kei-
nen wirksamen Eingriffen bzw. negativen Auswirkungen in die Wolfspopulation auszugehen. 
In Vorarlberg seien in den letzten Jahren alljährlich bis zu 5 verschiedene Individuen genetisch 
oder per Fotofalle nachgewiesen worden. Im Grenzgebiet zum Allgäu sei seit 2018 ein männlicher 
Wolf sesshaft. Im Montafon seien in den letzten Jahren Individuen genetisch identifiziert worden, 
für die auch in Graubünden DNA-Nachweise vorlägen, was den Austausch bzw. die Wechselbe-
ziehungen zwischen den beiden Ländern eindeutig bestätigen würde. Die Anzahl an nachgewie-
senen bzw fachlich bestätigten Wild- und Nutztierrissen durch den Wolf als auch die Anzahl an 
Rissereignisse habe in diesem Jahr auffallend zugenommen.  
Nach diesem Verfahrensergebnis ist festzuhalten, dass durch die Entnahme eines Exemplars der 
günstige Erhaltungszustand der Wolfspopulation nicht beeinträchtigt wird. Selbst bei isolierter 
Betrachtung Österreichs bzw. Vorarlbergs ist weder eine Verschlechterung des Erhaltungszustan-
des noch eine Behinderung der Verbesserung des Erhaltungszustandes zu erwarten.  
Die rechtlichen Voraussetzungen für die Erteilung der Ausnahmebewilligungen waren daher ge-
geben. Anzumerken ist, dass das Jagdrecht und das Naturschutzrecht im Zusammenhang mit der 
Erteilung der gegenständlichen Ausnahmebewilligungen inhaltlich im Wesentlichen ident sind. 
Die Dauer der Befristung und die Eingrenzung des Gebietes ergibt sich aus der Dauer der Alpzeit 
und dem Gebiet der festgestellten Schäden. Es wurde möglichst klein gehalten. 
Zu Spruchpunkt III. ist anzumerken, dass wegen der gebotenen raschen Umsetzung der gegen-
ständlichen Ausnahmebewilligung und der dahinterstehenden öffentlichen Interessen die auf-
schiebende Wirkung einer allfälligen Beschwerde auszuschließen war.  
RECHTSMITTELBELEHRUNG
Gegen diesen Bescheid kann binnen vier Wochen ab seiner Zustellung Beschwerde erhoben wer-
den, die schriftlich, mit Telefax oder mit E-Mail bei der Bezirkshauptmannschaft Bludenz einzu-
bringen ist. Die Beschwerde hat zu enthalten: Die Bezeichnung des angefochtenen Bescheids, die 
Bezeichnung der Behörde, die den angefochtenen Bescheid erlassen hat, die Gründe, auf die sich
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die Behauptung der Rechtswidrigkeit stützt, das Begehren und die Angaben, die zur Beurteilung 
erforderlich sind, ob die Beschwerde rechtzeitig eingebracht wurde. Bitte beachten Sie, dass der 
Absender die mit jeder Übermittlungsart verbundenen Risiken (z.B. Übertragungsverlust, Verlust 
des Schriftstückes) trägt. 
Eine anerkannte Umweltorganisation nach § 66a Abs. 3 des Jagdgesetzes und § 46c des Gesetzes 
über Naturschutz und Landschaftsentwicklung ist berechtigt, Beschwerde beim Landesverwal-
tungsgericht zu erheben. Zwei Wochen nach Beginn der Veröffentlichung der Entscheidung der 
Behörde auf dem Veröffentlichungsportal im Internet gilt die Entscheidung gegenüber anerkann-
ten Umweltorganisationen als zugestellt. 
Hinweis zur Gebührenpflicht: 
Die Beschwerde ist mit 30 Euro zu vergebühren. Die Gebühr ist unter Angabe der Geschäftszahl 
des angefochtenen Bescheides als Verwendungszweck auf das Konto des Finanzamt Österreich - 
Dienststelle Sonderzuständigkeiten (IBAN: AT83 0100 0000 0550 4109, BIC: BUNDATWW) zu ent-
richten. Bei elektronischer Überweisung der Beschwerdegebühr mit der Funktion 
-
oder der Ausdruck über die erfolgte Erteilung einer Zahlungsanweisung ist der Beschwerde als 
Nachweis für die Entrichtung der Gebühr anzuschließen.  
Hinweis zur Gebührenbefreiung:  
Die Gebühr ist nicht zu entrichten, wenn im § 14 TP 6 Abs. 5 GebG oder im jeweils zur Anwen-
dung kommenden (Verwaltungs-)Materiengesetz eine Gebührenbefreiung für die Eingabe vorge-
sehen ist.  
Hinweis für Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer:  
Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer können die Entrichtung der Gebühr 
auch durch einen schriftlichen Beleg des spätestens zugleich mit der Eingabe weiterzuleitenden 
Überweisungsauftrages nachweisen, wenn sie darauf mit Datum und Unterschrift bestätigen, 
dass der Überweisungsauftrag unter einem unwiderruflich erteilt wird.  
Ergeht an:
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Der Bezirkshauptmann 
in Vertretung
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Nachrichtlich an:
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unter Anschluss des wildökologisch/jagdwirtschaftlichen und des landwirtschaftlichen Gutach-
tens zur Kenntnis.
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