Grundwasserbedarf der Stadt Wien, fast ausschließliche Deckung aus der Lobau

Anfrage an:
Wien
Genutztes Gesetz:
Wiener Auskunftspflichtsgesetz
Status dieser Anfrage:
Warte auf Antwort
Frist:
13. Februar 2020 - in 3 Wochen, 3 Tage Wie wird das berechnet?
Zusammenfassung der Anfrage

Aus welchen Gründen deckt die MA 31 (Wiener Wasser) den Grundwasserbedarf der Stadt Wien seit 2006 fast ausschließlich mit Grundwasser aus der Lobau, obwohl mit den Wasserwerken Moosbrunn und Donauinsel-Nord seit 2015 sogar ausreichende Kapazitäten bereit stehen, um auf das Grundwasserwerk Lobau verzichten zu können?

Hintergrund zur Anfrage
Laut Auskunft der MA 31 (Wiener Wasser) vom 16.12.2019 gemäß dem Wiener Auskunftspflichtgesetz wurden die zur Abdeckung des Wiener Trinkwasserbedarfs erforderlichen Grundwassermengen in den Jahren 2006 bis 2018 praktisch ausschließlich aus dem Grundwasserwerk (GWW) Lobau, eventuell inklusive Brunnen Markethäufel bereitgestellt; als Begründung wird angeführt, dass die „anderen Wasserspender“ „auf Grund der erschrotbaren Menge eine untergeordnete Rolle“ spielen würden.

Die MA 31 behauptet also, der Grund für die fast ausschließliche Nutzung des Grundwassers aus der Lobau wäre das Fehlen ausreichender alternativer Versorgungskapazitäten.

Diese Behauptung ist haltlos und widerspricht allen öffentlich verfügbaren Informationen, darunter offiziellen Informationen der Stadt Wien.

Demnach verfügen die wichtigsten zur Abdeckung des Grundwasserbedarfs in Frage kommenden Grundwasserwerke der Stadt Wien über die folgenden Kapazitäten: GWW Lobau – max. 80.000 m³ / Tag, Grundwasserwerk Moosbrunn (in Betrieb seit 2006) – ca. 64.000 m³ / Tag (https://www.wien.gv.at/wienwasser/ver...), Grundwasserwerk Donauinsel-Nord (in Betrieb seit 2015) – 43.000 m³ / Tag. Tatsächlich übersteigen die Kapazitäten der Werke in Moosbrunn und Donauinsel-Nord zusammen die Kapazitäten des GWW Lobau bei Weitem.

Die MA 31 behauptet damit implizit, dass die zumindest zweistelligen Millionenbeträge, die von der Stadt Wien seit den 1990er Jahren in die Errichtung der Wasserwerke Moosbrunn und Donauinsel-Nord (allein dafür wurden ca. 10 Mio. Euro veranschlagt) und die jeweiligen Aufbereitungsanlagen investiert wurden, letztlich zwecklos gewesen wären, da dadurch keine nennenswerten „erschrotbaren Mengen“ bereitgestellt wurden. Das käme einer eklatanten Verschleuderung öffentlicher Mittel gleich und wäre daher ein Fall für den Stadtrechnungshof Wien.

Aus den öffentlichen Informationen über die gegebenen Versorgungskapazitäten folgt des Weiteren, dass der Grundwasserbedarf der Stadt Wien spätestens seit 2015 allein mit den Grundwasserwerken Moosbrunn und Donauinsel-Nord gedeckt und auf das Grundwasserwerk Lobau sogar verzichtet werden könnte.


Korrespondenz

  1. Heute – 20.01.2020
  2. Frist: – 13.02.2020
  1. 19. Dez 2019
  2. 30. Dez
  3. 11. Jan
  4. 22. Jan
  5. 13. Feb 2020
Von
Robert Poth
Betreff
Grundwasserbedarf der Stadt Wien, fast ausschließliche Deckung aus der Lobau [#1859]
Datum
19. Dezember 2019 17:54
An
Wien
Status
Warte auf Antwort — E-Mail erfolgreich abgeschickt!

Sehr geehrte<< Anrede >> Hiermit beantrage ich gem §§ 2,3 Wiener Auskunftspflichtgesetz die Erteilung folgender Auskunft:
Aus welchen Gründen deckt die MA 31 (Wiener Wasser) den Grundwasserbedarf der Stadt Wien seit 2006 fast ausschließlich mit Grundwasser aus der Lobau, obwohl mit den Wasserwerken Moosbrunn und Donauinsel-Nord seit 2015 sogar ausreichende Kapazitäten bereit stehen, um auf das Grundwasserwerk Lobau verzichten zu können? Hintergrund zur Anfrage Laut Auskunft der MA 31 (Wiener Wasser) vom 16.12.2019 gemäß dem Wiener Auskunftspflichtgesetz wurden die zur Abdeckung des Wiener Trinkwasserbedarfs erforderlichen Grundwassermengen in den Jahren 2006 bis 2018 praktisch ausschließlich aus dem Grundwasserwerk (GWW) Lobau, eventuell inklusive Brunnen Markethäufel bereitgestellt; als Begründung wird angeführt, dass die „anderen Wasserspender“ „auf Grund der erschrotbaren Menge eine untergeordnete Rolle“ spielen würden. Die MA 31 behauptet also, der Grund für die fast ausschließliche Nutzung des Grundwassers aus der Lobau wäre das Fehlen ausreichender alternativer Versorgungskapazitäten. Diese Behauptung ist haltlos und widerspricht allen öffentlich verfügbaren Informationen, darunter offiziellen Informationen der Stadt Wien. Demnach verfügen die wichtigsten zur Abdeckung des Grundwasserbedarfs in Frage kommenden Grundwasserwerke der Stadt Wien über die folgenden Kapazitäten: GWW Lobau – max. 80.000 m³ / Tag, Grundwasserwerk Moosbrunn (in Betrieb seit 2006) – ca. 64.000 m³ / Tag (https://www.wien.gv.at/wienwasser/versorgung/weg/moosbrunn.html), Grundwasserwerk Donauinsel-Nord (in Betrieb seit 2015) – 43.000 m³ / Tag. Tatsächlich übersteigen die Kapazitäten der Werke in Moosbrunn und Donauinsel-Nord zusammen die Kapazitäten des GWW Lobau bei Weitem. Die MA 31 behauptet damit implizit, dass die zumindest zweistelligen Millionenbeträge, die von der Stadt Wien seit den 1990er Jahren in die Errichtung der Wasserwerke Moosbrunn und Donauinsel-Nord (allein dafür wurden ca. 10 Mio. Euro veranschlagt) und die jeweiligen Aufbereitungsanlagen investiert wurden, letztlich zwecklos gewesen wären, da dadurch keine nennenswerten „erschrotbaren Mengen“ bereitgestellt wurden. Das käme einer eklatanten Verschleuderung öffentlicher Mittel gleich und wäre daher ein Fall für den Stadtrechnungshof Wien. Aus den öffentlichen Informationen über die gegebenen Versorgungskapazitäten folgt des Weiteren, dass der Grundwasserbedarf der Stadt Wien spätestens seit 2015 allein mit den Grundwasserwerken Moosbrunn und Donauinsel-Nord gedeckt und auf das Grundwasserwerk Lobau sogar verzichtet werden könnte.
Sollte keine oder nur teilweise Antwort gewährt werden, beantrage ich hiermit die Ausstellung eines Bescheids nach § 3 Wiener Auskunftspflichtgesetz. Robert Poth <<E-Mail-Adresse>> Postanschrift Robert Poth << Adresse entfernt >> << Adresse entfernt >>
Mit freundlichen Grüßen Robert Poth
  1. 1 Monat her19. Dezember 2019 17:54: Robert Poth hat eine Nachricht an Wien gesendet.