XPeng-Produktion bei Magna Steyr in Graz und Sicherung europäischer Wertschöpfung
Der chinesische Elektrofahrzeughersteller XPeng lässt seit 2025 Fahrzeuge für den europäischen Markt bei Magna Steyr in Graz fertigen. Vor dem Hintergrund des zunehmenden Wettbewerbsdrucks auf die europäische Automobilindustrie und der industriepolitischen Bestrebungen Österreichs und der Europäischen Union ersuche ich um Auskunft zu folgenden Punkten:
1. Welche Gespräche haben Vertreter des Bundes bzw. des zuständigen Ministeriums mit Magna Steyr und/oder XPeng im Zusammenhang mit der Ansiedlung bzw. Produktion von XPeng-Fahrzeugen in Graz geführt?
2. Wurde dabei thematisiert, welcher Anteil der Wertschöpfung der in Graz gefertigten XPeng-Fahrzeuge tatsächlich in Österreich bzw. in der Europäischen Union erfolgt?
3. Welche wesentlichen Fahrzeugkomponenten – insbesondere Batterie bzw. Batteriezellen, Leistungselektronik, Elektromotoren, Steuergeräte, Halbleiter, Software, Fahrwerk und weitere zentrale Komponenten – werden bei den in Graz gefertigten XPeng-Fahrzeugen aus China importiert und welche werden in Österreich bzw. innerhalb der EU hergestellt?
4. Hat die Bundesregierung gegenüber Magna Steyr oder XPeng darauf hingewirkt, dass mit der Fahrzeugmontage in Graz schrittweise auch weitere Teile der Lieferkette, der Komponentenfertigung sowie Forschung und Entwicklung nach Österreich bzw. in die Europäische Union verlagert werden?
5. Falls nein: Warum wird eine solche weitergehende Lokalisierung der Wertschöpfung nicht als industriepolitisches Ziel verfolgt?
6. Haben Magna Steyr, XPeng oder mit diesem Produktionsprojekt verbundene Unternehmen öffentliche Förderungen, Investitionsbeihilfen, Garantien, steuerliche Begünstigungen oder sonstige Unterstützungen des Bundes erhalten oder beantragt? Falls ja, bitte ich um Aufschlüsselung nach Förderinstrument, Empfänger, Höhe und Zweck.
7. Wurden bzw. werden solche öffentlichen Unterstützungen an Bedingungen hinsichtlich Beschäftigung, Forschungs- und Entwicklungstätigkeit, regionaler bzw. europäischer Wertschöpfung oder Beschaffung von Komponenten aus Österreich bzw. der EU geknüpft?
8. Falls keine derartigen Bedingungen vorgesehen sind: Aus welchen Gründen verzichtet die Bundesregierung darauf, bei öffentlich unterstützten Investitionen ausländischer Fahrzeughersteller einen Mindestanteil österreichischer bzw. europäischer Wertschöpfung zu verlangen?
9. Welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen nach österreichischem und europäischem Recht, Investitionsförderungen und andere öffentliche Unterstützungen künftig mit sogenannten Local-Content-, Resilienz- oder europäischen Wertschöpfungskriterien zu verbinden?
10. Gibt es seitens der Bundesregierung eine Strategie, die Ansiedlung chinesischer Automobilhersteller in Europa nicht lediglich für die Endmontage zu nutzen, sondern dabei auch die Produktion strategisch wichtiger Komponenten und technisches Know-how nach Österreich bzw. Europa zu holen?
11. Hat die Bundesregierung gegenüber der Europäischen Kommission die Einführung stärkerer europäischer Wertschöpfungs- oder Lokalisierungsvorgaben für Elektrofahrzeuge und deren Schlüsselkomponenten unterstützt oder gefordert? Falls ja, bitte ich um Übermittlung entsprechender Stellungnahmen, Positionspapiere oder sonstiger Dokumente.
Ich ersuche insbesondere um Übermittlung vorhandener Akten, Gesprächsvermerke, Korrespondenzen, Stellungnahmen, Förderunterlagen und sonstiger Dokumente, aus denen die Haltung der Bundesregierung zu diesen Fragen hervorgeht.
Hintergrund meiner Anfrage ist die Frage, ob die Produktion chinesischer Elektrofahrzeuge in Österreich industriepolitisch so gestaltet wird, dass daraus über die reine Endmontage hinaus langfristig zusätzliche österreichische und europäische Wertschöpfung, Zulieferproduktion, Forschung und Beschäftigung entstehen.
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Datum19. August 2026
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16. September 2026
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