Verwendung von Nutzhanf in Lebensmitteln und Vertrieb

Anfrage an:
Bundesministerium für Gesundheit
Genutztes Gesetz:
Auskunftspflichtgesetz
Status dieser Anfrage:
Anfrage erfolgreich
Zusammenfassung der Anfrage

Ich bin Landwirt und werde heuer erstmalig so genannten Nutzhanf kultivieren. (Sorte aus dem gemeinsamen Sortenkatalog der EU, originales zertifiziertes Saatgut, THC laut Angaben unter 0,2%)

Es gibt bereits viele Produkte aus Nutzhanf am Lebensmittemarkt, wie z.B Hanfnussöl, Samen, Tee aus den Blättern, Mehl, usw...

Meine erste Frage bezieht sich auf die Grenzwerte. Ist die für den Anbau und das SMG genannte Grenze von 0,3%, bzw. von 0,2%THC/THCA auch für Lebensmittel die gültige Grenze, um als Lebensmittel verkauft werden zu dürfen und für den Konsumenten unbedenklich zu sein?

Oder gibt es für Lebensmittel eigene Grenzwerte, was den THC/THCA Gehalt in Prozenten oder Milligramm/Mikrogramm betrifft? Wenn ja, wo kann man die Grenzmengen einsehen, bzw. Auskunft über die höchstzulässigen Grenzwerte für THC/THCA in Lebensmitteln erhalten?

Meine zweite Frage bezieht sich auf die Verwendung von Nutzhanf als Rohstoff für weiterverarbeitende Firmen:

Sie haben in letzter Zeit mehrere Anfragen bezogen auf Hanf beantwortet. Dabei ging es zum Beispiel um die Verwendung von Nutzhanf für Kosmetika oder auch Extrakte (vor allem CBD).

Wie ich Ihren Antworten entnehmen konnte (öffentlich ersichtlich auf fragdenstaat.at) ist jede Herstellung sowie Verwendung von Extrakten, auch aus Nutzhanf, legal nur unter gewissen Voraussetzungen möglich (z.B. für medizinische und wissenschaftliche Zwecke,spezielle Gewerbeberechtigung, Giftschein, Genehmigungen, etc..) - was mir auch mein Anwalt so bestätigt hat.

Ich möchte somit weder Extrakte (Kosmetika oder CBD) aus Nutzhanf herstellen noch verkaufen, da ich über diese Voraussetzungen nicht verfüge (wie die wenigsten anderen Landwirte und Firmen in Österreich- wahrscheinlich keine davon)

Mir geht es rein um den Verkauf von Nutzhanf als Rohstoff an Firmen, welche über die Voraussetzungen verfügen, damit weiterzuarbeiten (z.B. CBD- und Kosmetikerzeugung). Ich stehe mit mehreren Firmen im Kontakt, vor allem außerhalb Österreichs (EU und Schweiz), wo dies die gesetzlichen Auflagen zulassen.

Somit meine zweite Frage: auch wenn ich keine Kosmetika und CBD Produkte selbst herstellen darf - ist der Verkauf von Rohstoffen aus Nutzhanf an Firmen welche dies dürfen,vor allem außerhalb Österreichs - grundsätzlich möglich und unbedenklich? (vorausgesetzt die Rohstoffe sind natürlich unter den geforderten EU Grenzwerten von 0,2% THC/THCA bereits vor und nach Homogenisierung durch Zerkleinerung und mechanischer Durchmischung des Rohmaterials)

Meine dritte Frage: Ist die Tatsache, dass im Nutzhanf, wie bekannt, immer Spuren von THC/THCA enthalten sind, welche bei fast jedem Hanfbauern in Summe die Grenzmengen laut SMG von 20 Gramm THC/ bzw. 40 Gramm THCA überschreiten ( bei einem Hektar Anbaufläche schnell um ein Mehrfaches) zu vernachlässigen und nicht strafrechtlich belangbar, wenn es sich um "Nutzhanf/Faserhanf" im Sinne von Anhang I.1.a handelt und damit eine rein gewerbliche Verwendung anzustreben ist -bezogen auf lebendige Pflanzen sowie auf getrocknetes/geerntetes Pflanzenmaterial, wenn unter 0,3% THC/THCA ?

Und thematisch ähnlich ist meine letzte Frage: Welche Konsequenzen sind zu befürchten, wenn einzelne Pflanzen die Grenze von 0,3% THC/THCA trotz original EU Saatgut übersteigen, wenn der Anbau rein mit dem Vorsatz zu gewerblichen Zwecken erfolgt? Dass das Material nicht mehr verwendet werden darf, ist naheliegend, aber kann ich als Landwirt/Unternehmer dafür strafrechtlich belangt werden, wenn 1 oder mehrere unter 100.000 Pflanzen z.B. 0,35 % THC/THCA erreichen? Dies ebenfalls wieder je auf ungeerntete/geerntete Pflanzen bezogen?

Vielen Dank für Ihre Stellungnahme im Voraus


Korrespondenz

Von << Anfragesteller/in >>
Betreff Verwendung von Nutzhanf in Lebensmitteln und Vertrieb [#768]
Datum 9. März 2017 16:22:02
An Bundesministerium für Gesundheit
Status Warte auf Antwort

Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit beantrage ich gem §§ 2, 3 AuskunftspflichtG die Erteilung folgender Auskunft:
Ich bin Landwirt und werde heuer erstmalig so genannten Nutzhanf kultivieren. (Sorte aus dem gemeinsamen Sortenkatalog der EU, originales zertifiziertes Saatgut, THC laut Angaben unter 0,2%) Es gibt bereits viele Produkte aus Nutzhanf am Lebensmittemarkt, wie z.B Hanfnussöl, Samen, Tee aus den Blättern, Mehl, usw... Meine erste Frage bezieht sich auf die Grenzwerte. Ist die für den Anbau und das SMG genannte Grenze von 0,3%, bzw. von 0,2%THC/THCA auch für Lebensmittel die gültige Grenze, um als Lebensmittel verkauft werden zu dürfen und für den Konsumenten unbedenklich zu sein? Oder gibt es für Lebensmittel eigene Grenzwerte, was den THC/THCA Gehalt in Prozenten oder Milligramm/Mikrogramm betrifft? Wenn ja, wo kann man die Grenzmengen einsehen, bzw. Auskunft über die höchstzulässigen Grenzwerte für THC/THCA in Lebensmitteln erhalten? Meine zweite Frage bezieht sich auf die Verwendung von Nutzhanf als Rohstoff für weiterverarbeitende Firmen: Sie haben in letzter Zeit mehrere Anfragen bezogen auf Hanf beantwortet. Dabei ging es zum Beispiel um die Verwendung von Nutzhanf für Kosmetika oder auch Extrakte (vor allem CBD). Wie ich Ihren Antworten entnehmen konnte (öffentlich ersichtlich auf fragdenstaat.at) ist jede Herstellung sowie Verwendung von Extrakten, auch aus Nutzhanf, legal nur unter gewissen Voraussetzungen möglich (z.B. für medizinische und wissenschaftliche Zwecke,spezielle Gewerbeberechtigung, Giftschein, Genehmigungen, etc..) - was mir auch mein Anwalt so bestätigt hat. Ich möchte somit weder Extrakte (Kosmetika oder CBD) aus Nutzhanf herstellen noch verkaufen, da ich über diese Voraussetzungen nicht verfüge (wie die wenigsten anderen Landwirte und Firmen in Österreich- wahrscheinlich keine davon) Mir geht es rein um den Verkauf von Nutzhanf als Rohstoff an Firmen, welche über die Voraussetzungen verfügen, damit weiterzuarbeiten (z.B. CBD- und Kosmetikerzeugung). Ich stehe mit mehreren Firmen im Kontakt, vor allem außerhalb Österreichs (EU und Schweiz), wo dies die gesetzlichen Auflagen zulassen. Somit meine zweite Frage: auch wenn ich keine Kosmetika und CBD Produkte selbst herstellen darf - ist der Verkauf von Rohstoffen aus Nutzhanf an Firmen welche dies dürfen,vor allem außerhalb Österreichs - grundsätzlich möglich und unbedenklich? (vorausgesetzt die Rohstoffe sind natürlich unter den geforderten EU Grenzwerten von 0,2% THC/THCA bereits vor und nach Homogenisierung durch Zerkleinerung und mechanischer Durchmischung des Rohmaterials) Meine dritte Frage: Ist die Tatsache, dass im Nutzhanf, wie bekannt, immer Spuren von THC/THCA enthalten sind, welche bei fast jedem Hanfbauern in Summe die Grenzmengen laut SMG von 20 Gramm THC/ bzw. 40 Gramm THCA überschreiten ( bei einem Hektar Anbaufläche schnell um ein Mehrfaches) zu vernachlässigen und nicht strafrechtlich belangbar, wenn es sich um "Nutzhanf/Faserhanf" im Sinne von Anhang I.1.a handelt und damit eine rein gewerbliche Verwendung anzustreben ist -bezogen auf lebendige Pflanzen sowie auf getrocknetes/geerntetes Pflanzenmaterial, wenn unter 0,3% THC/THCA ? Und thematisch ähnlich ist meine letzte Frage: Welche Konsequenzen sind zu befürchten, wenn einzelne Pflanzen die Grenze von 0,3% THC/THCA trotz original EU Saatgut übersteigen, wenn der Anbau rein mit dem Vorsatz zu gewerblichen Zwecken erfolgt? Dass das Material nicht mehr verwendet werden darf, ist naheliegend, aber kann ich als Landwirt/Unternehmer dafür strafrechtlich belangt werden, wenn 1 oder mehrere unter 100.000 Pflanzen z.B. 0,35 % THC/THCA erreichen? Dies ebenfalls wieder je auf ungeerntete/geerntete Pflanzen bezogen? Vielen Dank für Ihre Stellungnahme im Voraus
[… Zeige kompletten Anfragetext] Mit freundlichen Grüßen << Anfragesteller/in >>
  1. 2 Monate, 2 Wochen her9. März 2017 16:24:22: << Anfragesteller/in >> hat eine Nachricht an Bundesministerium für Gesundheit gesendet.
Von Bundesministerium für Gesundheit
Betreff Nutzhanf
Datum 13. April 2017 11:28:29
Status Anfrage abgeschlossen
Anhänge

Mit freundlichen Grüßen
  1. 1 Monat, 1 Woche her13. April 2017 11:34:13: E-Mail von Bundesministerium für Gesundheit erhalten.
  2. 1 Monat, 1 Woche her13. April 2017 13:25:42: << Anfragesteller/in >> veröffentlichte einen Anhang bei der Anfrage Verwendung von Nutzhanf in Lebensmitteln und Vertrieb.
  3. 1 Monat, 1 Woche her13. April 2017 17:07:03: << Anfragesteller/in >> hat den Status auf 'Anfrage erfolgreich' gesetzt.